1. Was ist deine Funktion innerhalb des Vereins und wie lang bist du schon dabei?

Ich bin seit der Gründung von ArtAsyl dabei. Als Vorsitzender koordiniere ich den Aufbau von neuen Projekten und organisiere unsere Veranstaltungen. Zudem repräsentiere ich den Verein nach außen, nehme Kontakt zu Interessierten auf und kümmere mich um Kooperationen und Fördermittel.

2. Was ist deine Motivation, dich bei ArtAsyl zu beteiligen?

Die Integration ist die größte zivilisatorische Aufgabe der Gegenwart. Über die Kunst als Medium zur Überbrückung von sprachlichen und kulturellen Unterschieden haben wir einen Weg gefunden, der es den Menschen vereinfacht in einer noch fremden Gesellschaft zurecht zu kommen und sich zu orientieren. Die positive Resonanz dieses Ansatzes seitens der Geflüchteten, als auch unserer vielen ehrenamtlichen Helfer motiviert mich jeden Tag aufs Neue.

3. Was war dein bisher schönstes, lustigstes, spannendes oder emotionalstes Erlebnis innerhalb deiner Vereinsarbeit?

In unserem ältesten Projekt „Ein Kofferraum voller Instrumente“ hatten wir eine Trompete zu den Kindern in eine Geflüchtetenunterkunft mitgebracht. Reihum versuchten die Kinder diesem noch fremden Instrument einen Ton zu entlocken, jedoch ohne Erfolg. Erst als die kleinste der Anwesenden an der Reihe war gelang endlich, was vorher noch als unmöglich abgetan wurde. Das kleine Mädchen spielte unter den beeindruckten Blicken der älteren Kinder und konnte ihr Glück dabei selbst kaum fassen. Ich erinnere mich gerne an diese Situation zurück, weil sie uns zeigt, dass manchmal ungeahnte Potentiale in den Menschen lauern, derer sie sich selbst mitunter am wenigsten bewusst sind. Diese Potentiale zu erkennen und zu fördern, ist eines unserer dringlichsten Anliegen bei ArtAsyl.

4. Was sind deine persönlichen Ziele in 2017 für den Verein?

Für 2017 habe ich zwei konkrete Ziele:

Zum einen konnten wir im vergangenen Jahr bereits zahlreiche Projekte mit Kindern umsetzen, allerdings ging die Ausrichtung der Projekte an ein junges Publikum oftmals zu Lasten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In 2017 wünsche ich mir deshalb, dass wir mehr spannende Projekte für die Altersgruppe ab 14 Jahren aufwärts umsetzen können. Insbesondere diejenigen, die nicht mehr schulpflichtig sind, bedürfen eines besonderen Augenmerks, weil es an altersgerechten Freizeitangeboten bislang mangelt.

Zum anderen wünsche ich mir noch mehr Unterstützung für unseren Verein. Um unsere Ehrenamtlichen zeitlich zu entlasten und das mittelfristige Ziel eines eigenen Ateliers zu erreichen, benötigen wir mehr Mitglieder und mehr Helferinnen und Helfer für unsere Projekte. Eine hohe dreistellige Mitgliederzahl wäre aus diesen Gründen sehr wünschenswert.